Tipps und Tricks zum leckeren Grillen

Was ist besser - Holzkohle oder Gasgrill?

Es wird mir niemand glauben: es ist egal! Wahrscheinlich würde bei einer Blindverkostung niemand den Unterschied schmecken. Ich hatte es selbst nicht geglaubt, bis ich auf dem Grillseminar war.

Ich persönlich bevorzuge die Holzkohlevariante aus folgenden Gründen:

  1. Günstiger in der Anschaffung
  2. Holzkohle habe ich immer auf Vorrat und kann spontan grillen (Gasflaschen bunkere ich eher nicht so gerne)
  3. Man muss Feuer machen!!! Das ursprünglichste am Essen zubereiten! :-)

Zwar wird der Grill immer dreckig und man muss den Holzkohlegrill sauber machen, aber das bleibt einem beim Gasgrill auch nicht erspart.

Wieviel Grillgut verträgt mein Grill?

Nun ja, manche würden sagen: "soviel wie draufpasst!".

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: weniger ist mehr! Denn das Grillgut sorgt vorerst für einen enormen Temperaturrückgang, d.h. um so mehr ich drauflege, um so länger dauern die Steaks, Würstchen etc.

"Ich habe doch Zeit!", denken sich wohl manche und machen es trotzdem - allerdings ist dann ein entscheinder Vorteil dahin. Grillgut, das relativ schnell gar ist (mit großer Hitze) verliert kaum Saft! D.h. das Fleisch ist zarter und bleibt saftig. Wenn es 15-20 Minuten vor sich hin garen muss, dann kann ich auch den Putzlappen verputzen.

Temperaturzonen? Was ist das?

Man sollte beim Grillen vorbereitet sein und normalerweise klappt auch immer alles ganz gut. Das Fleisch ist gleichzeitig fertig, da jeder beim gleichen Metzger die gleichen Steaks in der gleichen Dicke kauft. Bei euch ist das nicht so? Macht euch nichts draus, bei mir auch nicht... deshalb gibt es das Prinzip der Temperaturzonen.

Man teilt den Grill in zwei Zonen ein: Mit Kohle darunter (Gas) und ohne. Ich nutze meist das Verhältnis zwei Drittel Kohle, ein Drittel frei. Und nun kann ich die Putenspieße gemeinsam mit den Steaks und Würstchen grillen. Was fertig ist: ab in die "Ruhezone" ohne Kohle. Und dann können alle gleichzeitig essen (auch der Grillmeister).

An meinem Grillrost hängen noch die Steaks vom letzten Jahr - wegen dem Aroma! Problem damit?

Aaaaaaaahhhhh! Igitt! Also wirklich - wenn  ich solch einen Rost schon sehe, möchte ich meine Steaks lieber in der Sonne garen... das ist zwar auch nicht gesünder aber wenigstens sauber!

Mal ehrlich - stellt euch vor, ihr werdet zum Essen eingeladen und schaut kurz in die Küche, weil der Gastgeber gerade den Hauptgang zubereitet. Und just in diesem Moment nimmt er die Pfanne aus dem Schrank - und ihr seht, dass die Pfanne in den letzten 3 Monaten nicht saubergemacht wurde - evtl. nach dem Abkühlen mal mit einem Tuch das Gröbste abgerieben wurde und euer Gastgeber meint: "Dat is wegen der Aromen" - wie würdet ihr reagieren?

Also - nach jedem Grillen den Rost sauber machen! Ich nehme dazu einen Edelstahlschwamm, Wasser und Spüli! Geht ganz prima - natürlich nicht mehr wie neu, aber sauber, sichtbar sauber...

Abgepackt oder vom Metzger? Billig vs. Teuer?

Prinzipiell ist gegen Fleisch aus der Verpackung nichts einzuwenden. Es ist zumindest nicht giftig. Trotzdem sollte man bei einem lokalen Metzger sich sein Fleisch holen.

Dennoch gibt es ein kleines "Aber": Wenn ihr beim Metzger bereits mariniertes Fleisch holt, dann ist es egal, von welchem Metzger - es schmeckt immer gleich. Mal ehrlich: beim Metzger gibt es Steaks mit Kräuter-, Paprika-, Knoblauch- oder Currymarinade (meist bei Geflügel). Das war es schon. Jedes Kräutersteak schmeckt bei jedem Metzger gleich oder zumindest ähnlich.

Deshalb: traut euch zu eure Steaks selbst zu marinieren! Das schmeckt nicht nur viel besser, ihr wisst, was ihr mögt und vor allem was ihr benutzt! Kauft euch am Besten beim Metzger ein Stück Fleisch, schneidet es selbst (nicht zu dünn) und mariniert es (siehe  Rezepte ). Und ich sage euch: Ihr werdet es lieben und eure Gäste werden euch bewundern (voraussgesetzt es schmeckt ;-))

Ach ja - positiver Nebeneffekt: es kostet nicht so viel wie die Fertigsteaks!

BBQ - low and slow: Wie grille ich mit meinem Kugelgrill mit niedriger Temperatur?

Was soll ich sagen - ich stand vor der Aufgabe Spare Ribs 4 Stunden lang auf dem Grill bei 110-120 Grad Celsius zu grillen...

Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten: man brennt so ca. 8-12 Kohlebriketts an und legt nach, sobald (besser bevor) die Temperatur runtergeht. Das hat einen entscheidenden Nachteil: ich muss permanent den Deckel öffnen und aufpassen.

Doch es gab auch noch einen Grillmeister (natürlich aus den USA), der hatte eine Idee: Er dachte sich: wenn ich die Kohle wie Dominosteine in eine Reihe lege und nur den Anfang anzünde, dann müsste die Temperatur doch konstant niedrig bleiben. Und? Tataaaaaa... es hat funktioniert - der sogenannte Minion Ring (benannt nach seinem Erfinder).

Am besten ihr ordnet die Kohle um das Grillgut herum an, damit das Grillgut nicht direkt über der Hitzequelle liegt (ansonsten könnte es verbrennen). Dann ca. 10 Grillbriketts mit Hilfe des Kamins anzünden und an die eine Seite des Rings legen (etwas überlappend, damit der Domino Effekt besser funktioniert). Und dann brennt es!!!! So könnte eure Ring aussehen - muss aber nicht ganz so schön geordnet sein :-)